Tiefe Tauchgänge auf La Palma

La Palma, die steilste Insel der Welt. Eine Tatsache, die sich auch Unterwasser erkennen lässt. Es ist also nicht verwunderlich, dass Tieftauchen immer wieder zum Thema wird.

Deshalb hier einige Gedanken zum tiefen Tauchen vor der Isla bonita.

Tief abtauchen, was geht, was nicht.

30 Meter sind genug. …Möchten uns einige Tauchsportorganisationen suggerieren. 40 Meter reichen, sagen andere Verbände. Manche erlauben Tauchgänge bis 60 Meter und selbst diese Tiefe wird von einigen Tauchern (ohne Probleme) überschritten.

Stellt sich also die Frage: Wo sind die Grenzen für Sporttaucher?

Grenzen müssen sein. Im Laufe der Jahre wurden diese, unter der Argumentation einer scheinbaren Sicherheit, immer weiter noch oben verlegt. An erster Stelle sollte man hier aber wissen, dass Tiefenlimit der Verbände keine rechtliche Verpflichtung, sondern lediglich eine Empfehlung zur jeweiligen Ausbildungsstufe darstellen. Hier liegt zwar die Vermutung nahe, dass eine Tiefenbegrenzung, (die nichts mit Physik zu tun hat) dazu dient weiterführende Kurse zu verkaufen. Auf der anderen Seite ergibt es Sinn, Erfahrungen im Tieftauchen in einem kontrollierten Umfeld zu sammeln.

 

Hart am Limit oder ganz auf der sicheren Seite.

An dieser Stelle sollten wir Unterscheiden denn es werden unterschiedliche Suppen gekocht.

PADI gibt für jede Ausbildungsstufe eine feste Tiefengrenze vor und warnt bereits vor Gefahr bei Überschreitung der 30 Meter Marke. Die CMAS in Deutschland (vdst) sagt 40 Meter sind genug, in Frankreich hingegen erlaubt man 60 Meter als Grenze.

Egal welche Tiefe Dein Verband vorgibt, es ist kein Gesetz, vielmehr eine Empfehlung. Diese Einzuhalten macht aus versicherungsrechtlichen Gründen Sinn. Wir sollten unterscheiden:

Grenzen der Verbände
Alle Tauchsport Organisationen geben Empfehlungen zur Tiefengrenze. Welche für Dich zutreffen, solltest du im Rahmen der Tauchausbildung gelernt haben. Sind sie Dir nicht klar, kannst Du sie dort erfragen.

Grenzen die das Dive Center setzt
In einigen Tauchgebieten werden von ansässigen Tauchbasen Tauchzeit- oder Tiefenbeschränkungen ausgesprochen. Dies ist rechtlich o.k, dient der Absicherung in Haftungsfragen und kann in einigen Fällen sinnvoll sein. Wer damit nicht leben möchte, dem bleibt nur ein Wechsel der Basis.

Grenzen der Physik
Tiefes Tauchen birgt im wesentlichen zwei Gefahren. Stickstoff und Sauerstoff. Gerade bei Sauerstoff kursieren viele Mythen und Gerüchte. Man spricht von Sauerstoffvergiftung, Krämpfen und Todesrisiko durch zu hohen Sauerstoffpartialdruck in der Tiefe. Betrachten wir das einmal etwas genauer.

Tiefengrenze mit Luft ist ein Sauerstoff-Partialdruck von 1,6 bar, sagen einige Tauchsportverbände. Andere sprechen von 1,5 bar. Ganz vorsichtige Organisationen behaupten gar 1,4 bar dürfe nicht überschritten werden. Diese Aussagen sind schlicht falsch.

Fakt ist, Sauerstoff wird für den menschlichen Organismus ab einem Partialdruck von 1,7 bar giftig. Dieser Druck entspricht einer Tauchtiefe von 75 Meter. Und selbst dann, muss noch die Einwirkzeit beachtet werden. Erst nach 30 bis 40 Minuten auf 75 Meter muss mit einem Krampfanfall gerechnet werden.[/su_spoiler]

Persönliche Erfahrung
Mit der Erfahrung ist das so eine spezielle Sache.
Da gibt es den OWD mit 600 Tauchgängen, aber auch den Divemaster, der den Kopf 80 mal unter Wasser hatte. Der Eine lernt im See, kennt weder Welle noch Strömung. Der Andere im tropischen Meer und erschrickt, wenn die Sicht gegen Null geht. Wer ist also erfahrener Taucher?

Nach meiner persönlichen Meinung derjenige, der sich an Neues langsam herantastet und es schafft, seine Leistungsfähigkeit objektiv zu beurteilen. Selbstüberschätzung hat schon viele Taucher in Schwierigkeiten gebracht.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Verbote
In Deutschland gibt es keine gesetzliche Regelung für Sporttaucher.
Genau genommen braucht niemand einen Tauchschein um zu tauchen. In einigen Ländern, wie zum Beispiel Frankreich, Spanien, oder Griechenland ist der Tauchsport gesetzlich geregelt. Was Tauchsportverbände vorgeben, ist dort Schall und Rauch. Was zählt, ist das Gesetz des Landes.

Nachstehend befassen wir uns kurz mit dem spanischen Gesetz, denn dieses regelt das Tauchen auf der Kanaren Insel La Palma.

Das spanische Gesetz zum Thema Tauchtiefen:

Seit 1969 ist das Tauchen in Spanien im “Decreto 2055/1969” gesetzlich geregelt. Neben Tauchausbildung, Tauchausrüstung u.s.w. Werden dort auch maximale Tauchtiefen vorgegeben. Ergänzt wir dieses (im laufe der Zeit mehrmals angepasste) Gesetz, von Verordnungen der autonomen Gemeinschaften. Auf den Kanaren ist es das Real Decreto 2467/1996, welches 2010 aktualisiert wurde.

Daraus ergeben sich zwei unterschiedliche Situationen:

1. Tauchen mit Luft
2. Tauchen mit Mischgas

1. Maximale Tauchtiefe mit Luft

In Kapitel III über Sporttauchen, Artikel 24 Absatz 8 heißt es: Die Tiefengrenze für Lufttauchoperationen werden durch die folgenden Stufen auf Meereshöhe bestimmt:

a) 40 Meter: Tauchgänge Luft.
b) 55 Meter: außergewöhnliche Tauchgänge mit Luft oder Nitrox (angereicherte Luft). Wird Nitrox zur Dekompression benutzt, darf 1,6 bar Sauerstoff Partialdruck nicht überschritten werden.

Zur Erläuterung:
Eine Tauchtiefe von 40 Meter wird als normaler Tauchgang gewertet. Die maximal zulässige Tiefe liegt bei 55 Meter für Sporttaucher. Ist es ein Dekompressionspflichtiger Tauchgang wird angereicherte Luft (Extended Range) empfohlen.

2. Maximale Tiefe mit Mischgas (Trimix, Triox etc.)

Tauchen mit Mischgas kennt keine gesetzliche Tiefengrenze.
Das spanische Gesetz gilt explizied für Tauchen mit Luft und Nitrox. Schlicht deshalb, weil zum Zeitpunkt der Verabschiedung Mischgastauchen noch relativ unbekannt war.

Lediglich ein Hinweis zu Teildrücken bei Sauerstoff und Stickstoff wird genannt. Da aber genau diese durch Mischgas positiv beeinflusst werden, kann dieser Punkt vernachlässigt werden.

Hinweis im Original:
Artículo 2.
Presión parcial máxima de nitrógeno en una mezcla respirable no podrá ser superior a 5,6 bares. La presión parcial máxima de oxígeno respirada por una persona en una mezcla respiratoria en un ambiente hiperbárico, será:

i. De 1,6 bares en el caso de buceadores con titulación profesional.

ii.De 1,4 bares en el caso de buceadores deportivos-recreativos.

 

Wie handhaben wir Tauchtiefen auf La Palma?

Wir halten uns an gesetzliche Bestimmungen und tauchen nach Deinen persönlichen Erfahrungswerten und Vorlieben.

Dies bedeutet, dass normale Tauchgänge bis max. 40 Meter, in Einzelfällen auch geführte Tauchgänge die auf 55 Meter Tiefe führen.

Selbstständige Taucher die ohne Guide, auf eigene Verantwortung tauchen gehen, können und möchten wir nicht kontrollieren. Empfehlen aber, gesetzliche Vorgaben einzuhalten.

Fische ohne tiefe Tauchgänge

Noch eine Anmerkung zum Schluss

Durch lange, flache Austauchbereiche ist Tieftauchen auf La Palma recht sicher, aber selbstverständlich keine Verpflichtung.Es muss nicht immer Tief sein.
Auch kleine Tauchtiefen mit lichtdurchfluteten Lavawelten haben ihren Reiz.