Schildkröten Unterwasser

Meeresschildkröten vor La Palma, immer wieder ein Erlebnis

Der große Nachteil, sie haben dadurch, im Gegensatz zu Landschildkröten, die Fähigkeit verloren, den Kopf bei Gefahr einzuziehen. Mit dem stetigen Rückgang der Populationen hat dies jedoch nichts zu tun. Dass Meeresschildkröten vom Aussterben bedroht sind, verdanken wir dem Menschen.

Wie schon der Name sagt, „Suppenschildkröte“, nennt man die Chelonia (grüne Meeresschildkröte). Man unterscheidet sogar zwischen der altantischen und der pazifischen Suppenschildkröte. Auch ihre Eier haben viele zum fressen gern, so dass immer wieder Gelege der Meeresschildkröten geplündert werden. Hinzu kommt die Jagd nach dem Schildkrötenpanzer. Das ist verboten, bringt aber immer wieder Geld in die Kassen der Wilderer.


Schildkröten im Atlantik

Entzug der Lebensgrundlagen und Umweltverschmutzung

Zugebaute und touristisch genutzte Strände reduzieren die Möglichkeiten der Eiablage. Auf der Kanaren Insel Fuerteventura versucht man seit einigen Jahren, an dem abgelegenen Strand von Cofete, Eier der Meeresschildkröte zu vergraben. Man hofft, dass die Tiere, wie bei Meereschschildkröten üblich, nach 10 bis 20 Jahren zur Eiablage zurück kommen.

Nahrungsentzug durch überfischte Meere

Garnelen schmecken nicht nur dem Menschen. Meeresschildkröten ernähren sich in erster Linie von Krebsen und Quallen, die sie bei ihren Tauchgängen jagen. Eine spezielle Delikatesse für Meeresschildkröten sind Quallen. Diese Vorliebe birgt weitere Gefahren, denn Medusen treiben sehr oft in flachen Bereichen und an der Meeresoberfläche. Deshalb sind auch Meeresschildkröten wie die (vor La Palma oft anzutreffende) „Tortuga Boba“ (Caretta caretta), stundenlang an der Wasseroberfläche. Das macht sie zu einem leichten Ziel für Boote und Schiffsschrauben. An der kanarischen Atlantikküste werden so jährlich mehrere tote und schwer verletzte Wasserschildkröten mit zertrümmertem Panzer aufgefunden.

Lieblingsspeise und Plastikmüll

Das Thema Plastikmüll ist nichts Neues. Wir Menschen lieben, wieder besseren Wissens, unsere praktischen Plastiktüten. Am Strand vergessen oder vom Boot geweht, gleichen sie im Wasser treibend einer Qualle. Schildkröten erkennen darin ihre Leibspeise, beißen Stücke heraus und verenden qualvoll an der unverdaulichen Ware. Nicht selten verfangen sie sich auch in Plastikplanen oder im Meer treibenden, von Fischern vergessenen Netzen. Abgeschnürte und abgestorbene Gliedmaßen führen dann zu einem langsamen Tot.

Rettungsversuche – Glück im Unglück

An den Küsten der Kanaren kommt es mehrmals jährlich vor, das in Not geratene Schildkröten von Touristen, Tauchern und Anwohnern gerettet werden. Sind sie unverletzt, reicht es aus, sie aus einer Notlage, wie einem Fischernetz, Plastikplanen und ähnlichem zu befreien. Verletzte Tiere benötigen erste Hilfe. Diese erste Hilfe für Schildkröten muß natürlich niemand selbst leisten.

Es reicht aus, die Behörden zu verständigen. Beim Umweltschutzamt „Medio Ambiente“ nimmt man sich der Sache gerne an und leitet alle Maßnahmen ein. Verletzte Tiere werden nach Puntallana auf der Ostseite von La Palma gebracht und dort im Tier- und Pflanzengarten der Inselregierung, in einem speziellen Meerwasserbecken, unter ärztlicher Aufsicht, gepflegt und wieder ins Meer entlassen. Ganz hartnäckige Fälle werden sogar nach Gran Canaria geflogen. Dort gibt es das „Centro de Rehabilitación de Fauna“ wo neben chirugischen Eingriffen auch Rehamassnahmen für Wildtiere durchgeführt werden.

Rettung in letzter Minute

Diese Meeresschildkröte vor Los Cancajos wurde von Manuela aus einer Plastikplane befreit. Das linke Paddel war schwer verletzt un musste Amputiert werden.

Schildkröten im Atlantik in Gefahr

Nach erfolgreicher Behandlung wurde sie wieder in die Freiheit ausgewildert und begegnet uns noch heute, ab und an beim Tauchen vor La Palma.

Auch Haie und Rochen werden Opfer vergammelter Netze

Angelleinen und abgerissene Fischernetze treiben unkontrolliert im Meer. Verfangen sie sich an Steinen oder Riffen, werden sie zur tödlichen Gefahr für Meerestiere. Selbst große Haie und Rochen verfangen sich darin und verenden. Schon mehrmals konnten wir Tiere aus alten, nicht mehr benutzten Netzen befreien. Manchmal kommt jede Hilfe zu spät.

Haie in Gefahr

Wir Taucher können etwas tun

Sicherlich ist es nicht besonders schwer, auf Plastiktüten am Strand und auf Tauchbooten zu verzichten.
Die Gewässer vor unserer Küste sind sehr sauber, dennoch kommt es ab und an vor, das wir festhängende Angelleinen oder Zivilisationsmüll in Form von Dosen und Plastik vorfinden. Kein Taucher sollte damit überfordert sein, diesen Müll am Ende eines Tauchgangs mit nach oben zu nehmen. Haie und Schildkröten vor La Palma benötigen ihre Hilfe.

Aufräumaktion Unterwasser

Unser Dive Center in Los Cancajos organisiert einmal jährlich, im Ramen des PADI AWARE Programms, ein Beach clean up zum Reinigen der Küstenbereiche über, und unter Wasser. Unterstützt wird dieses Program von unseren Tauchern, der Gemeinde und vielen einheimischen Helfern.